Geschichte der Trachtenkapelle Ramsau

"Die Trachtenkapelle Ramsau wurde im Jahre 1948 gegründet. Die damalige Musikkapelle, durch den Krieg stark dezimiert, war nur mit vielen Aushilfen spielfähig. Herr Kommerzialrat, Fabrikant Franz Weikersdorfer veranlasste die Gründung einer Jugendkapelle. Mit 12 Lehrlingen und Arbeitern der Möbelfabrik, sowie jungen Leuten aus Ramsau, wurde am 31.Oktober 1948 der Musikunterricht begonnen. Der Eifer der Musiker war groß und so konnte nach nur vier Monaten Unterricht schon ein Konzert mit anschließender Tanzveranstaltung durchgeführt werden", schrieb der Gründungskapellmeister Anton Schmid im Jahre 1983.

Gründungskapellmeister Anton SCHMID (1906 - 1993)

Ehrenbezirkskapellmeister
Gründungskapellmeister der Musikkapellen Ramsau, Türnitz, Kaumberg, Rohrbach
Ehrenbürger der Gemeinde Ramsau

33 Jahre lang war Anton Schmied Kapellmeister der Trachtenkapelle Ramsau (1948 - 1981). Die NÖN-Lilienfelder-Zeitung vom 12. Dezember 1968 berichtete wie folgt:

"Als im Jahre 1948 die auf einige Mann zusammengeschmolzene Musikkapelle Ramsau ihre Tätigkeit einstellen musste, holte Kommerzialrat Weikersdorfer seinen Jugendfreund und Musikkameraden Toni Schmid und beauftragte ihn mit der Schaffung einer neuen Musikkapelle. ... Mit zwölf jungen Burschen, meistens Lehrlinge aus dem Betrieb Weikersdorfer, wurde der Unterricht begonnen und eifrig geprobt. Auch die Weikersdorfer Buben waren darunter. Nach nur viermonatiger Übungszeit konnte bereits mit einer kleinen Konzert- und Tanzveranstaltung vor die Öffentlichkeit getreten werden."

Anton Schmid war ein überaus talentierter Musiker, ein strenger Kapellmeister, spielte wunderbar 1. Flügelhorn und konnte eigentlich jedes Blasinstrument unterrichten - von der Querflöte bis zur B-Tuba. Jahrzehntelang dirigierte er den Kirchenchor Ramsau und stellte je nach Bedarf Ensembles zusammen (z.B. Harmonikagruppe Ramsau).

Anton Schmid war Bezirkskapellmeister des Bezirkes Lilienfeld und als Wertungsrichter geschätzt; er erhielt höchste Auszeichnungen des niederösterreichischen Blasmusikverbandes. Viele spätere bedeutende Musiker des Bezirkes lernten bei Anton Schmid. 1976 wurde das Wirken von Ehrenbezirkskapellmeister Anton Schmid durch die Ernennung zum Ehrenbürger der Gemeinde Ramsau gewürdigt.

Durch den großen Fleiß der Musiker ist die "Weikersdorferkapelle", wie sie anfangs genannt wurde, bald weit über die Grenzen des Bezirkes bekannt geworden. So konnte die Kapelle bereits 1952 bei einem Bezirkswettbewerb der Musikkapellen den 2. Preis erreichen. Das Musizieren vor der österreichisch-sowjetischen Gesellschaft 1952 (russische Besatzungsmacht) und Auftritte im Beisein des damaligen österreichischen Bundeskanzlers Ing. Leopold Figl waren Höhepunkte der ersten Hälfte der fünfziger Jahre.

Nach dem Beitritt zum niederösterreichischen Blasmusikverband (1954) wurde jedes Jahr mindestens an einem Wertungsspiel teilgenommen und in der Oberstufe immer der erste Rang, die damals höchste Note, erreicht. Die Lilienfelder-Bezirkszeitung titelte zum 27.August 1957: "Bezirksmusikfest mit Wertungsspiel in Ramsau. 14 Musikkapellen - 284 Musiker - massenhafter Besuch aus nah und fern".

"In den fünziger Jahren hörte man am Abend fast aus jedem Haus in Ramsau ein Instrument "pfeifen", so fleißig waren wir", erzählt der langjährige Klarinettist, Jugendausbildner, Stabführer und heutige Ehrenmitglied Ferdinand Kühberger.

Chronik 4Trachtenkapelle Ramsau

 

Chronik 10Kapellmeister Anton Schmid

 

Chronik 11Notenhandschrift des Anton Schmid

 

 

 

Chronik 1Jugendkapelle 1950 

Chronik 2Kapellmeister Anton Schmid

Chronik 3TK Ramsau in den 50er Jahren

 

 


Unter dem Motto: "Schenkt man sich Rosen in Tirol" oder "Lasset uns das Leben genießen, lasset uns recht fröhlich sein!" wurden ab 1950 Musikerbälle abgehalten. Zur Aufbringung der beträchtlichen Ausgaben (Tracht für viele neue Mitglieder, neue Musikinstrumente,...) ist der Musikerball ins Leben gerufen worden, der durch die emsige Arbeit der Musiker und deren Angehörige durch viele Jahre ein voller Erfolg war. Erst in den siebziger Jahren sollte damit Schluss sein. Im Jahre 2006 ist nach rund dreißigjähriger Unterbrechung aufgrund der Initiativen der damaligen Obfrau Mag. Anita Dubacher und Kapellmeister Dr. Franz Vonwald wieder ein Musikerball veranstaltet worden, der seither nun alle zwei Jahre stattfindet.

Die Freundschaft mit dem Musikverein "Gut Ton" Weiler zum Stein/Deutschland begann 1959 auf dem Canstatter Volksfest auf Initiative von KR Franz Weikersdorfer und Friedrich Weißhaar, dem langjährigen 1. Vorsitzenden des Musikvereins Gut Ton. 1960 kam es zur ersten Zusammenkunft beider Musikkapellen in Ramsau. In regelmäßigen Abständen finden musikalische Begegnungen zwischen den Vereinen statt. Zahlreiche Freundschaften wurden geschlossen. Zuletzt besuchte im Oktober 2011 die TK Ramsau den Musikverein Gut Ton Weiler zum Stein und gratulierte zum 90-jährigen Bestandsjubiläum.

Die Musikgruppe "Evergreens" (1969 - 1975), bestehend aus acht musikbegeisterten Männern aus der TK Ramsau, spielte unter der Leitung von Dir. Franz Zagler bei Bällen und Hochzeiten typisches Tanzmusikrepertoire. Die "Evergreens" fanden bei der Bevölkerung viel Zuspruch und Anerkennung. Seit den beginnenden siebziger Jahren wird auch der Tag der Blasmusik (heute "Ramsauer Musiktage") in Ramsau gefeiert.

Die zweite Hälfte der siebziger Jahre kann als eine recht schwierige Phase der TK Ramsau bezeichnet werden: stark sinkender Probenbesuch und Niedergang der einst mächtigen Möbelfabrik Weikersdorfer färbten zusehends auf die Musikkapelle ab. Indes bildete sich 1978 - 1980 die Jugendkapelle Ramsau unter der Leitung von Franz Gehrer jun. und Kapellmeister Dr. Franz Vonwald heraus.

Im Mai 1981 kam es in der TK Ramsau zu einer gravierenden Veränderung: Gründungskapellmeister Anton Schmid, 33 Jahre lang Kapellmeister der TK Ramsau, wurde von Kapellmeister Dr. Franz Vonwald abgelöst und Heinz Brandtner sen. einstimmig zum Obmann (Okt. 1981 - Jän. 1994) gewählt. Erster Flügelhornist und Ehrenmitglied Heinz Brandtner sen. hat auch über Jahrzehnte die TK Ramsau als Stabführer vorbildlich angeführt. Das neu geschaffene Osterkonzert (seit 1982) am Abend des Ostersonntags im Saal des Gasthofes Gruber sollte sich großer Beliebtheit bei der Ramsauer Bevölkerung erfreuen.

Im Dez. 1985 übernahm Franz Zöchling die TK Ramsau als Kapellmeister und leitete sie musikalisch bis zu seinem frühen Tod im Herbst 1993. Kapellmeister Andreas Gschaider führte nun für viele Jahre die Geschicke der TK Ramsau als Kapellmeister (Sept. 1993 - Jän. 2002). In den 90iger Jahren wurden zahlreiche junge Musiker herangebildet. Besondere Verdienste bezüglich Jugendausbildung haben sich in dieser Zeit neben dem Kapellmeister Andreas Gschaider, Franz Gehrer jun. und Ferdinand Kühberger erworben. In diesen Jahren löste das Frühlingskonzert das Osterkonzert ab. In den neunziger Jahren gab es auch viele Auftritte mit der sogenannten "12-er Partie" - einer blasmusikalischen Unterhaltungsformation aus der TK Ramsau - unter der Leitung von Franz Gehrer jun. und Kapellmeister Andreas Gschaider.

Insgesamt 11 Jahre lang leitete Alois Schweiger als Obmann die Geschicke der TK Ramsau. Bei öffentlichen Auftritten repräsentiert Alois Schweiger an vorderster Linie als Stabführer die TK Ramsau fast schon zwei Jahrzehnte in vorzüglicher Weise. Jährlich erreichen die Musikerinnen und Musiker unter seiner Leitung einen ausgezeichneten Erfolg bei der Marschmusikbewertung. Im Jänner 2002 übernahm die erste Frau, die langjährige Marketenderin Mag. Anita Dubacher, geb. Gober, den Verein als Obfrau. Im selben Jahr übernahm Kapellmeister Dr. Franz Vonwald zum zweiten Mal die musikalische Leitung der TK Ramsau. Eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit Musikschule Hainfeld (Leiter: Dir. Wolfgang Rosenthaler) setzte ein und viele junge Musiker konnten wieder herangebildet werden. Seit dem Jahre 2002 gibt es alljährlich im November das "Leopoldikonzert" in der Mehrzweckhalle; hiebei finden "die lustigen Ramsauer" (Jungbläser unter der Leitung von Kpm. Aloisia Grandl) und das seit dieser Zeit bestehende "Brass-Ensemble" Anklang bei der Bevölkerung.

Im Jahr 2008 ging die Obmannstelle der TK Ramsau an den engagierten Bassisten und Schlagzeuger Leonhard Mitterböck. Als begnadeter Jugendausbildner, Coach und exzellenter Bassist hat sich Leonhard Mitterböck einen besonderen Ruf in der TK Ramsau erworben. Die Musikpädagogin und langjährig erfolgreiche Leiterin der Jungmusiker der TK Ramsau Aloisia Grandl hat im Jahr 2009 die Musikkapelle als Kapellmeisterin übernommen. Die Auszeichnung "Ehrenpreis in GOLD des LH von NÖ" (2013) ist die Krönung des gemeinsamen Musizierens.

Die letzten Jahre der Amtsperiode von Obmann Leonhard Mitterböck waren vor allem gekennzeichnet durch den Neubau des "Hauses der Musik". In unzähligen freiwilligen Arbeitsstunden von Musikkollegen und Helfern ist ein exzellentes Probelokal mit Nebenräumen entstanden. Dem Vorstand und jedem einzelnen Musikkameraden gilt hierfür ein besonderes Dankeschön. Leonhard Mitterböck, der in der Planungsphase für die Anschaffung einer neuen Tracht noch aktiv mitwirkte, legte seine Funktion als Obmann im Jahr 2015 zurück.

Dankenswerterweise übernahm Mitterböcks Stellvertreter, Michael Apfelthaler, interimistisch die Obmannstelle bis zur Jahreshauptversammlung am 17.01.2016, in der Gertraud Steinacher zur neuen Obfrau der Trachtenkapelle Ramsau gewählt wurde.

Gertraud Steinacher ist bereits seit 1980 Mitglied der Musikkapelle und seit 1994 aktiv im Vorstand tätig. Als begeisterte Tenorflügelhornistin führt sie nun gemeinsam mit ihrem recht aktiven Vorstand die Trachtenkapelle Ramsau.



Chronik 9

Chronik 5Heimatabend

 

Chronik 6 Stabführer Heinz Brandtner

 

Chronik 7Bergmesse Kieneck 1987

 

Kapellmeister Franz Vonwald 2002Kapellmeister Franz Vonwald 2002

 

Chronik 8Stabführer Alois Schweiger 

 

Chronik 12Haus der Musik / Feuerwehrhaus

 

Sämtliche Texte wurden dem Buch

RAMSAU
"Eine Reise von der Vergangenheit
zur Gegenwart"

von Mag. Dr. Franz Vonwald entnommen.

Vielen Dank!